Die Weinhandlung im Bunker

Wuppertal ist löchrig wie ein schweizer Käse. An vielen Stellen finden sich alte Stollen, Naturhöhlen und Bunker. Im Rahmen einer geführten Tour konnten wir einen dieser Hohlräume besichtigen. Da es dunkel war und nur mit Taschenlampe und Gaslaterne für Licht gesorgt wurde, sind die Fotos etwas bescheiden.

Ein Höhle im Korallenriff

Erdgeschichtlich erhob sich Europa aus einem riesigen Meer, welches vor rund 350 Millionen Jahren auch das heutige Wuppertal bedeckte. Wuppertal befindet sich auf einem riesigen, urzeitlichen Korallenriff, dessen Kalkablagerungen beispielsweise in Dornap die Kalkwerke Oetelshofen hervorbrachten. Innerhalb dieser Kalkriffe existieren Höhlen. An der Decke dieser Naturhöhle sind teilweise noch Spuren alter Korallen erkennbar.

Die Höhle als Bunker

Die von uns besuchte Höhle wurde im zweiten Weltkrieg zum Bunker umfunktioniert. Es wurden Gewölbe eingezogen, Türen und Toiletten eingebaut und Löcher wurden abgedichtet, um den Bunker auch bei Gasangriffen mit Überdruck betreiben zu können. Der Überdruck bewirkte, dass von Außen kein Gas in die Anlage eindringen konnte. Bei der Führung wurde uns eine Tonaufzeichnung vorgeführt, in welcher ein Zeitzeuge den Luftangriff auf Elberfeld am 24. Juni 1943 und seine Flucht in den Bunker schilderte. Hunderte verängstigter Menschen auf diesem engen Raum. Sehr bedrückend!

Die Höhle als Weinhandlung

In den 80er Jahren nutze ein Weinhändler das natürliche Klima der Höhle, um ein Weinlager samt Weinhandlung zu installieren. Der Verkaufsraum, alte Werbeschilder und vor allem leere Flaschen sind noch heute dort zu bewundern. Der Eingang ist längst zugemauert, man kommt nur durch den ursprünglichen Zugang zum Bunker in die Räumlichkeiten.

Die Höhle als Forschungsobjekt

Auch erdgeschichtlich ist die Höhle interessant. Ein erst vor kurzem entdeckter Hohlraum wird zur Zeit durch den Arbeitskreis Kluterthöhle e.V. erforscht. Aber auch Hobbyforscher auf der Suche nach dem Bernsteinzimmer waren hier bereits unterwegs.

Weitere Bilder

Wie schon oben erwähnt sind die Lichtverhältnisse in der Höhle naturgemäß bescheiden. Zudem war es nass und teilweise auch recht matschig. Wir haben daher nur unsere Mobiltelefone zur Aufnahme der Fotos genutzt. Trotzdem ist die Atmosphäre ganz gut eingefangen worden.

 
 

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