Die alten wuppertaler Friedhöfe

Friedhöfe sind meist Orte der Ruhe und Besinnung. Interessant werden sie, wenn sie verlassen und eventuell auch vergessen werden. In Wuppertal gibt es einige Friedhöfe, die nicht mehr genutzt werden, aber noch vorhanden sind. Davon werden einige wiederum weiter gepflegt und als Denkmal geschützt. Schließlich sind sie Teil der wuppertaler Stadtgeschichte. Ein Beispiel für einen vergessenen Friedhof findet man im Bezirk Oberbarmen.

Der vergessene Friedhof

Im Jahre 1778 wurde der evangelisch-lutherische Friedhof an der Sternstraße eingeweiht. Die erste Beerdigung fand am 18. März 1778 statt. Es wurde ein tot geborenes Kind aus Heckinghausen begraben. Zu diesem Zeitpunkt war die Gemeinde nicht einmal ein Jahr alt. Unter Denkmalschutz gestellt wurde das komplette Areal am 22.07.1987. Es wird in er Denkmalliste der Stadt Wuppertal unter Nummer 1099 geführt. Dort ist auch schön ersichtlich, wie das Gelände einmal aussah. Davon ist heute nicht mehr viel übrig. Es ist nicht zugänglich, das Tor ist zugewachsen und mit einem Bauzaun gesichert. Eigentlich würde man vom Eingang geradeaus auf das Grabmal des ersten Pfarrers der Gemeinde zu laufen. Johann Burchard Bartels (1753-1827) wurde 1778 zum Pfarrer gewählt. Die Inschrift auf einer Seite lautet: „Findet er des Feierabends Frieden und erwartet des Erndtetages Lohn“.
Bleibt zu hoffen, dass die Stadt in der Zukunft Ihrer Aufgabe zur Erhaltung der Denkmäler nachkommt.

Weitere nicht mehr genutzte Friedhöfe

Jüdischer Friedhof Hugostraße

In einem ähnlich schlechten Zustand befand sich lange Zeit der jüdische Friedhof an der Hugostraße. Nach dem zweiten Weltkrieg kümmerte sich niemand mehr um die Gräber. Der nicht belegte Teil wurde verkauft und die Ruine der im Krieg zerstörten Totenhalle wurde abgerissen. Zuletzt im Jahr 1992 wurde der Friedhof durch Jugendliche verwüstet. Zahlreiche Grabsteine wurden umgeworfen und zerstört. Im Jahr 2003 dann begannen Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Hügelstraße mit der Aufarbeitung und Restaurierung der Grabstätten. Unterstützt wurden sie von Mitgliedern der evangelischen Kirchengemeinde Wupperfeld. Seit dem 16.02.2005 steht der Friedhof unter Nummer 4220 in der Denkmalliste der Stadt Wuppertal. Bei der Stadtverwaltung kann man als interessierter Besucher auch einen Schlüssel für das Areal erhalten.

Evangelischer Friedhof Odoakerstraße

Auf diesem ehemaligen Friedhof in Wuppertal Langerfeld sind nur noch wenige Grabmäler erhalten. Dafür findet man dort ein sehr prägnantes. Es ist das Grabmal der Familie Caron. Jean-Marie Caron stammte aus Frankreich und gründete die erste Fabrik in Langerfeld. Dort wurden bis 1903 Knöpfe produziert. Auf dem Friedhof wurden einige Familienmitglieder bestattet. Er selbst – hier schließt sich dann der Kreis dieses Artikels – wurde 1830 auf dem Friedhof Sternstraße in Barmen beerdigt.

(Quelle: Wuppertaler Gräber – Historischer Spaziergang über alle Friedhöfe der Stadt, erschienen im Thales Verlag, ISBN 978-3-88908-482-8)

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