Oops! It appears that you have disabled your Javascript. In order for you to see this page as it is meant to appear, we ask that you please re-enable your Javascript!

Die alten Bunker auf Helgoland

Verfallene Aussichtsplattform

In der Nordsee, etwa zweieinhalb Stunden Schiffsreise von Cuxhaven entfernt, liegt Deutschlands einzige Hochseeinsel Helgoland. Von unzähligen Tagestouristen besucht, bietet die Insel aber weit mehr als nur zoll- und steuerfreien Einkauf. Helgoland ist Naturreservat, Heilbad, Geburtsort von Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Standort des Seenotrettungskreuzers Hermann Marwede und noch viel mehr. Vor allem aber hat Helgoland eine bewegte Geschichte und noch ein paar Relikte aus dieser Zeit.

Die Geschichte der Insel Helgoland

Gang durch den Felsen

Selbst geologisch ist Helgoland interessant. Die Insel selbst besteht aus dem markanten roten Buntsandstein, während die nur wenig abseits gelegene Insel Düne aus feinem Muschelkalk entstanden ist. Dort findet man dann auch weite Sandstrände, die man auf Helgoland selbst vergebens sucht.
Wie man es von einer Insel in der Nähe bedeutender Schiffahrtswege erwarten kann, waren Seeräuber lange zu Gast auf Helgoland. Ab 1714 gehörte Helgoland zu Dänemark, bevor es 1807 britisch wurde. Bereits 1826 wurde das erste Seebad auf Helgoland gegründet. Am ersten Juli 1890 wurde dann zwischen dem Britischen Empire und dem Deutschen Reich der volkstümlich genannte, Helgoland-Sansibar Vertrag geschlossen. Dieser Vertrag über die Kolonien und Helgoland regelte hauptsächlich den Umgang mit den Kolonien. Quasi als Bonus legte das vereinigte Königreich noch Helgoland mit oben auf.
Im zweiten Weltkrieg erwies sich dies als Fehler, da die Insel nun als strategisch wichtiger Punkt in der Nordsee von den Nazionalsozialisten massiv ausgebaut werden sollte. Am 18. April 1945 schlug die britische Armee zu und vernichtete nahezu alles auf der Insel. Mit 1000 Flugzeugen wurden innerhalb von 104 Minuten rund 7000 Bomben über der Insel abgeworfen. Die Helgoländer überlebten in ihren Bunkern tief im Inneren des roten Felsens und wurden am Folgetag evakuiert.
Nach dem Krieg, am 18. April 1947, wollten die Briten Helgoland endgültig in ein zweites Atlantis verwandeln und die Insel mit der größten, nicht-nuklearen Sprengung der Geschichte vernichten. Es wurden rund 6700 Tonnen Sprengstoff gezündet. Bis auf einen riesigen Krater hat diese Sprengung nichts weiter gebracht – Helgoland überstand die Sprengung und konnte wieder aufgebaut werden. (Quelle: Internetseite der Insel)

Die verlassenen Bunker

Im Rahmen einer Führung kann man einen Teil der Bunkeranlage besichtigen. Der Eingang befindet sich auf dem Oberland. Ein freier Zugang ist nicht möglich. Es handelt sich dabei um den ehemaligen Schulbunker. Heute ist der Bunker Teil des helgoländer Museums. Über eine Doppeltreppe gelangt man tief in den Felsen und geht dann quer über die Insel. Merkwürdigerweise hat man die ursprünglich installierten Keramik-Toiletten im Zuge der Kuba Krise in Plumpsklos umgewandelt.
Zusätzlich zum Bunker findet man am westlichen Hafen noch den alten Juliusturm, der im zweiten Weltkrieg als Peilstand für das auf dem Oberland installierte Geschütz diente und diesem Beitrag das Titelbild liefert.

Basstölpel auf seinem Nest

Die Insel heute

Sind die Tagestouristen erst einmal wieder weg, bleiben zwar noch genug Touristen übrig, aber die Insel wird unvergleichlich ruhig – ein ideales Ziel für Naturliebhaber. Basstölpel wird man sonst nirgendwo von so nah beobachten können. Auf der Düne liegen Kegelrobben und Seehunde am Strand oder beobachten die Schwimmer. Als mehrwertsteuer- und zollfreier Raum kann man Spirituosen, Kosmetik und vieles mehr sehr günstig einkaufen. Das nicht ganz so günstige Schiffsticket frisst allerdings die Erparnis schnell wieder auf.
Wenn man länger auf der Insel ist, kann man einige Orte entdecken, die man als Tagestourist mangels Zeit nicht findet. Eine Überfahrt zur Düne bespielsweise bringt nicht nur Strand und Meer, sondern auch Robben, Seehunde, einen kleinen Flugplatz und den Friedhof namensloser Menschen, die an Land gespült wurden.

Weitere Fotos

Friedhof der Namenlosen

 

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei