Der Bergische Sonnenuntergang

Einst war die Bergische Sonne ein Spaßbad im Süden Wuppertals. Heute ist sie nur noch eine von Vandalen zerstörte Ruine, die eigentlich schon seit einem Jahr abgerissen sein sollte. Trotz Bemühungen über mehrere Jahre ist uns der Zugang seitens der Eigentümer nicht gewährt worden. Aber vielleicht tut sich ja noch etwas, bevor dann tatsächlich die Bagger rollen.

Der Bergische Sonnenaufgang

1992 wurde die Bergische Sonne eröffnet. Wer bis dahin ein Spaßbad besuchen wollte, fuhr nach Bochum ins Aquadrom. Das remscheider H2O wurde erst 1996 eröffnet und so hatte Wuppertal mit der Bergischen Sonne ein Alleinstellungsmerkmal im bergischen Städtedreieck. Neben Wellenbad, Strömungskreisel, Höhlen, Wasserrutschen und Außenbecken gab es eine ausgedehnte Saunalandschaft, ein Fitnessstudio und vieles mehr. Alles war in tropischem Ambiente mit schönen Felsennachbildungen wirklich ansprechend gestaltet. Allerdings war der Eintrittspreis wenig ansprechend. Als junge Familie mit kleinen Kindern war mehr als ein gelegentlicher Besuch nicht drin. Die Tageskarte für Bad und Sauna lag für einen Erwachsenen mit 40,- DM an der oberen Schmerzgrenze.  Eine Familie wurde mit 67,- DM zur Kasse gebeten. Eine Übersicht der saftigen Preise (Stand 2001) findet man auf der Homepage des Bades noch bei archive.org hier.

Der Bergische Sonnenuntergang

Es zeichnete sich in den Beurteilungen in einigen Foren ab. Spätestens 2009 war das einstige Vorzeigebad verkommen und nicht mehr zu besuchen. Eine Werbekampagne im VRR sollte noch einmal Besucher ins Bad locken, doch die Bewertungen waren verheerend. Im November 2009 klemmten die Wuppertaler Stadtwerke das Spaßbad von der Versorgung ab und es musste geschlossen bleiben. Man einigte sich noch einmal, doch Ende Dezember war Feierabend. Das Insolvenzverfahren wurde eröffnet.
Es folgten über die Jahre immer wieder neue Ideen, wie man das einstige Freizeitbad wieder reaktivieren könnte. Ein Hotel mit angeschlossenem Wellnessbereich war die wohl die letzte Idee. Welches Ziel die damaligen Bauherren damit verfolgten, Bauschutt in die Außenbecken zu verfüllen, wird wohl auf immer deren Geheimnis bleiben.
Letztlich kaufte die Stadt Wuppertal das Gelände. Die Bergische Sonne soll abgerissen und ein Gewerbegebiet gegründet werden. Leider zögert sich der Abriss in die Länge, da durch Vandalismus immer mehr beschädigt wird. Die Abrisskosten sollen mittlerweile in die Millionen gehen – bei klammer Stadtkasse keine leichte Aufgabe.

Wir hoffen noch immer, einen letzten Blick in die Gebäude werfen zu dürfen. Aber eine Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung Wuppertal scheint nicht möglich zu sein. In Solingen verlief dies um einiges erfreulicher – siehe hier.

 

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