Prora – das nie vollendete KdF Seebad Rügen

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Prora ist eigentlich ein Ortsteil der Gemeinde Binz auf Rügen. In den Jahren 1936 bis 1939 bauten die Nationalsozialisten, speziell die Organisation „Kraft durch Freude“, das KdF-Seebad Rügen. Es wurde nie vollendet. Mit Beginn des zweiten Weltkrieges wurde der Bau eingestellt. Aufgrund der gewaltigen Größe von rund 4,5 Kilometern Länge wird die Anlage auch der Koloss von Prora genannt.

Die Geschichte

Es ist ein Beispiel für den nationalsozialistischen Größenwahn, der nicht nur hier zum Ausdruck kommt. Auf rund viereinhalb Kilometern Länge sollte das KdF-Seebad Rügen entstehen. Hier sollten bis zu 20.000 Menschen gleichzeitig Urlaub machen. Ein Traum für jeden Individualtouristen. Der zweite Weltkrieg verhinderte eine Fertigstellung. Nach dem Krieg sprengten die Russen einige der Häuserblocks und ließen die Ruinen dann zurück.
Die DDR nutzte den Komplex in der Folge als Kaserne der nationalen Volksarmee. Das Gebiet wurde zum Sperrgebiet. Nach der deutschen Wiedervereinigung nutzte kurz die Bundeswehr das Gelände.Prora-3
Seit 1993 ist der Komplex öffentlich zugänglich. Die Aufarbeitung der Geschichte und die geplante Weiternutzung und Vermarktung des Komplexes sorgt offenbar für Uneinigkeit. Genauer Informationen findet man bei Wikipedia, auf den Seiten des Dokumentationszentrum Prora oder auch auf Denkmal Prora.

U-Boote in Prora?

Insbesondere die Anlagen am Strand lassen der Fantasie freien Lauf. Sind das Reste einer U-Boot Zufahrt zur Militärbasis der NVA? Konnten hier tatsächlich U-Boote unter der Insel hindurch fahren? Die DDR hielt diese Gerüchte gezielt aufrecht. Da die Original-Pläne nicht mehr aufzufinden sind und auch einige Keller überflutet bleiben, sind die Spekulationen immer noch aktuell.
Allerdings spricht der sehr flache Küstenbereich eher gegen eine U-Boot Zufahrt.

Prora-13Die Situation heute

Neben den Ruinen der russischen Sprengversuche gibt es noch die langen Gebäudekomplexe, die mittlerweile teilweise einer neuen Nutzung zugeführt werden. So existiert bereits seit langem eine Jugendherberge. Die Gebäude werden modern renoviert und tatsächlich auch als Ferienwohnungen hergerichtet.  Allerdings hat das mit der ursprünglichen, spartanischen KdF Ausstattung rein gar nichts zu tun. Die neue Prora soll vielmehr Luxus und Entspannung bieten. Aber einstweilen bieten sich noch – zumindest in unseren Augen – schöne Fotomotive.

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