Die Deilbachmühle – Ein ungelöster Kriminalfall

Die Deilbachmühle – Ein Racheakt oder Versicherungsbetrug – es wird wohl nie geklärt werden

Am 12.07.2009 stand das seit Generationen beliebte Ausflugslokal an der Grenze zwischen Wuppertal und Velbert Langenberg in Flammen. Die eingesetzten Feuerwehren konnten lediglich ein Übergreifen auf die historische Mühle und das alte Backhaus verhindern. Das Restaurant selbst brannte bis auf die Grundmauern nieder. Im Zuge der Brandermittlungen wurde schnell klar, dass Absicht im Spiel war.

Hintergrund

Bei der Deilbachmühle handelt es sich um eine alte Wassermühle, die im Deilbachtal zwischen Wuppertal und Velbert-Langenberg liegt. Die Mühle und das alte Backhaus (Baujahr 1723) stehen unter Denkmalschutz.

Das alte Backhaus
Das alte Backhaus blieb vom Brand verschont

Bekannt war vor allem das gleichnamige Restaurant und Hotel, welches ebenfalls auf dem Grundstück liegt. Um das Gelände herum führen die offizeillen Rundwanderwege A1 und A4. Sie führen über den ehemaligen Parkplatz der Deilbachmühle. So bekommt man einen guten Blick auf die Rückseite der Ruine und das historische Gebäude der eigentlichen Mühle.  Das Gelände selbst darf nicht betreten werden. Dort besteht akute Einsturzgefahr. Zudem scheint sowohl die Mühle als auch das Backhaus noch bewohnt zu sein.

Über den alten Parkplatz führen die Wanderwege A1 und A4
Über den alten Parkplatz führen die Wanderwege A1 und A4

Offenbar war geplant, das Restaurant in Eigentumswohnungen umzuwandeln. Zur Zeit ist noch eine Werbeseite der  Deilbachmühle vor dem Brand erreichbar, die der damalige Eigentümer einrichtete. Update 01.08.2017: Der lInk funktioniert leider nicht mehr – die Seite wurde gelöscht.

Die Chronologie

(Quelle: Berichte der WAZ, zuletzt hier)

In der Nacht zum 12. Juli 2009, um 04:38 Uhr, alarmiert ein Autofahrer die Velberter Feuerwehr.Er meldet die vollständig brennende Deilbachmühle.

Im Zuge der Ermittlungen wird schnell klar, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde. Allerdings sollen die Ermittlungen zum Täter noch gut ein Jahr dauern.

Am 01.07.2010 meldet die WAZ, dass der mutmaßliche Brandstifter gefasst wurde. Es soll sich dabei um den Eigentümer Christian K. handeln, der das Gebäude im Rahmen einer Zwnagsversteigerung erwarb und für rund 1,5 Millionen Euro versicherte. Bereits im September 2009 hatte die Versicherung eine Belohnung in Höhe von 50.000,- Euro ausgelobt, die zu Hinweisen auf den oder die Tätrer führen sollten.

Am 21.12.2010 begann der der Prozeß gegen Christian K. vor dem Wuppertaler Landgericht. Es tauchten Zeugen auf, die Christian K. angeblich in der Brandnacht zur Deilbachmühle gefahren haben wollten. Andere Zeugen wiederum berichteten, dass der vorhergehende Eigentümer aufgrund einer kurz zuvor durchgeführten Zwangsräumung das Gebäude aus Rache angesteckt hat.
Das Gericht bekam offenbar im Laufe der Verhandlungen immer mehr Zweifel an der Schuld des Angeklagten, sodaß im März 2011 der Haftbefehl gegen Kaution außer Vollzug gesetzt wurde und Christian K. wieder in Freiheit kam.
Im September 2011 erging dann das Urteil, welches den Angeklagten aus Mangel an Beweisen freisprach. Die eingelegte Revision der Staatsanwaltschaft bleib ohne Erfolg und wurde letztlich zurückgenommen. Damit war das Urteil rechtskräftig und ein Täter wurde nie überführt.

Was bleibt

Seit dem Brand verfällt das Gebäude. Nach Pressemitteilungen aus 2013 liegt eine Abrißgenehmigung vor. [3] Seitdem passiert auf dem Gelände nichts mehr – Beste Voraussetzungen also, um auf VergesseneOrte.com aufgenommen zu werden.

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8 Kommentare

  1. Der Erwerber der seinerzeit in Haft genommen wurde und dem bedauerlicherweise die Tat nicht nachgewiesen
    werden konnte war bereits zum Zeitpunkt des Erwerbes insolvent. Er hat mit viel Geschick und doch auf unerklärlicherweise die Geldgeber dazu bewegen können die Finanzierung zu bewilligen.
    Die Erklärungen seitens des Vaters in den Tageszeitungen entsprechen nicht der Wahrheit .
    Tatsache ist der Erwerber ist insolvent .Das Verfahren wurde mangels Masse niedergeschlagen. Die Schlagzeile “ Warten auf Baugenehmigung “ entspricht ebenfalls nicht der Wahrheit. Mangels Mittel wurde zu keiner Zeit ein Bauantrag gestellt. Der Redakteur der Tageszeitung hätte mit Leichtigkeit die Wahrheit herausfinden können. Der Redakteur hätte sich nur beim Bauamt Informationen holen müssen , dann hätte die Wahrheit in der Tageszeitung gestanden.
    MfG
    Hermann

    • Hallo Hermann, dein Post ist schon etwas älter, aber weisst du evtl näheres darüber?
      Vielleicht erreicht dich diese Anfrage ja noch…

  2. Ich bin in diesem Haus quasi geboren Es ist so traurig was passiert ist. Wenn ich könnte würde ich es kaufen und wieder aufbauen.

  3. Tjaa, was soll ich sagen.
    Habe das Gebäude sehr geliebt da ich als Kind oft mit Oma und Mutter da war.
    Habe meine Hochzeit in der Deilbachmühle gefeiert und war sehr betroffen als dort geschlossen wurde und die Gebäude leer standen.
    Da es mich immer wieder zu den Gebäuden gezogen hat,fuhr ich immer wieder mal (vor dem Brand) dort vorbei.
    Mir fiel mehr wie einmal auf, das dort teure PKWs standen und seltsame Leute ins Gebäude gingen.
    Gekleidet pardon wie Prostituierte u. Zuhälter, gehe ich davon aus, dass das Gebäude zwischenzeitlich als Swingerclub oder Drehort für Pornofilme genutzt wurde.
    Danach wurde ja alles ein Opfer des Brandes.
    Sehr sehr traurig.
    Ingo

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